UmweltCommunity
"Die Umwelt eines Lebewesens ist die
nähere oder weiter entfernte Umgebung, die einen direkten oder
indirekten Einfluss auf dieses Lebewesen und seine
Lebensbedingungen ausübt und sein Leben somit prägt."
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Zitat: "Günter
Verheugen, Vizepräsident der Kommission. Herr Präsident, meine Damen und
Herren! Ich möchte kurz auf die Frage der PFOA eingehen und dann noch
eine sehr grundsätzliche Bemerkung machen.
Das letzte Wort in der Angelegenheit PFOA ist nicht gesprochen. Es war
nicht möglich, das Verbot dieser Substanzen in diese Richtlinie
aufzunehmen, weil wir über keine ausreichende Risikobewertung und auch
über keine Folgenabschätzung verfügen. Aber es läuft zurzeit eine
internationale Risikobewertung auf der Ebene der OECD. Wir werden die
Ergebnisse selbstverständlich sorgfältig betrachten und, falls
notwendig, die entsprechenden Vorschläge machen.
Ich wohne in demselben deutschen Bundesland wie der Herr Abgeordnete
Liese und habe den Fall, den er geschildert hat, selber mit großem
Interesse verfolgt. Ich kann heute dazu nur Folgendes sagen: Die
Untersuchungen der deutschen Behörden sind ja nicht abgeschlossen, ich
gewinne aber sehr stark den Eindruck, dass wir es hier schlicht und
einfach mit einem Fall von Umweltkriminalität zu tun haben. Hier sind
entgegen dem bestehenden Recht Giftstoffe in die Umwelt eingebracht
worden. Ob man das mit diesen Richtlinien hätte verhindern können, steht
auf einem anderen Blatt. Doch die Risiken, die Herr Liese beschrieben
hat, sind auf diese Art und Weise noch einmal ausdrücklich bestätigt
worden, und deshalb fand ich es wichtig, dass er auf diesen Fall
hingewiesen hat.
In einer modernen Industriegesellschaft wird es immer unumgänglich sein,
mit bestimmten Risiken zu leben. Die Frage, welche Risiken wir für
akzeptabel halten und welche nicht, ist eine Frage, die wir immer wieder
neu entscheiden müssen. Es gibt eine Reihe von Beurteilungsmaßstäben,
die uns dabei helfen können.
Ich will Ihnen aber einen nennen, den ich nicht akzeptiere – und hier
spricht der Industriekommissar. Ich akzeptiere nicht das Argument, wir
müssten das Risiko hochtoxischer Substanzen in unserer Umwelt
akzeptieren, weil es Investitionen gegeben hat. Ich akzeptiere nicht das
Argument, wir müssten solche Substanzen akzeptieren, weil damit Erträge
erwirtschaftet werden. Ich akzeptiere nicht einmal das Argument – auch
wenn ich mir jetzt keine Freunde mache –, wir müssten diese Substanzen
verwenden, weil damit Arbeitsplätze erhalten werden. Ich halte diese
Gegenüberstellung von Arbeitsplätzen in der Industrie und der Verwendung
von giftigen Substanzen, die substituierbar sind, für völlig
unangemessen. In einer solchen Situation kann die Entscheidung immer nur
die sein, Mensch und Umwelt vor Risiken, die nicht unvermeidbar sind,
bedingungslos zu schützen.
Das ist die Linie, die jedenfalls meiner Politik in all diesen Fragen
zugrunde liegt. Sie werden das merken, wenn wir in kurzer Zeit in diesem
Plenum über die wichtigste, die umfangreichste und modernste
Chemikaliengesetzgebung der Welt zu sprechen haben, nämlich über REACH."
© Europäische Gemeinschaften, 1995-2006
Quelle: Europäisches Parlament, Protokoll: P6_PV-PROV(2006)10-24,
Arbeiten des Parlaments, Dienstag, 24. Oktober 2006
Das ganze Protokoll vom Dienstag, den 24. Oktober 2006 können Sie
hier auf der Webseite der Europäischen Gemeinschaften unter der
Rubrik
Protokolle einsehen.